Von der petklar-Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 27.07.2026
📌 Kurz & knapp Katzen dürfen Thunfisch nur selten und in kleinen Mengen als Ausnahme-Leckerli fressen – niemals als Hauptnahrung. Thunfisch reichert Quecksilber an, liefert kein Taurin und keine ausgewogenen Nährstoffe und kann zur Sucht führen (Katzen werden mäkelig). Wenn überhaupt, dann Thunfisch aus der Dose in Wasser (nicht in Öl oder Salzlake), gut abgetropft und höchstens ein-, zweimal im Monat. Rohen Thunfisch besser ganz meiden.
Viele Katzen lieben Thunfisch geradezu abgöttisch – der intensive Geruch macht ihn zum Super-Leckerli. Doch was die Katze liebt, ist nicht automatisch gesund. Hier erfährst Du, warum Thunfisch nur eine seltene Ausnahme sein sollte und wie Du ihn richtig anbietest.
Dürfen Katzen Thunfisch essen – ja oder nein?
Ja, in kleinen Mengen und nur gelegentlich ist Thunfisch für gesunde Katzen unbedenklich. Als Leckerli oder um ein mäkeliges Tier zum Fressen zu animieren, ist ein Löffelchen okay. Als Hauptnahrung ist Thunfisch dagegen ungeeignet – er ist ernährungsphysiologisch unausgewogen und birgt bei häufiger Fütterung echte Gesundheitsrisiken.
Der Grund ist einfach: Katzen sind strikte Fleischfresser mit sehr speziellen Nährstoffbedürfnissen. Ein hochwertiges Katzenfutter deckt diese vollständig ab – purer Thunfisch tut das nicht.
Warum ist Thunfisch für Katzen problematisch?
Thunfisch schmeckt Katzen zwar hervorragend, bringt aber gleich mehrere Nachteile mit. Diese solltest Du kennen, bevor Du regelmäßig zur Dose greifst.
| Problem | Warum es riskant ist |
|---|---|
| Quecksilber | Thunfisch ist ein großer Raubfisch und reichert Schwermetalle über die Nahrungskette an. Bei häufigem Verzehr droht eine Quecksilberbelastung. |
| Thiaminase | Roher Fisch enthält das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 (Thiamin) zerstört – ein Mangel kann zu neurologischen Störungen führen. |
| Unausgewogen | Thunfisch liefert kein Taurin in bedarfsdeckender Menge und nicht die Vitamine/Mineralstoffe, die vollwertiges Katzenfutter enthält. |
| Suchtgefahr / Mäkeligkeit | Der intensive Geschmack kann dazu führen, dass die Katze ihr normales Futter verweigert und „thunfischsüchtig“ wird. |
Quecksilber: das unterschätzte Risiko
Thunfisch steht weit oben in der Nahrungskette und speichert dadurch mehr Quecksilber als kleinere Fische. Für einen kleinen Katzenkörper summiert sich das bei regelmäßiger Fütterung schneller zu einer bedenklichen Menge. Eine chronische Belastung kann Nieren und Nervensystem schädigen – ein weiterer Grund, Thunfisch nur als seltene Ausnahme zu geben.
Thiaminase und Vitamin-B1-Mangel
Roher Fisch – auch roher Thunfisch – enthält das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 abbaut. Ein Thiaminmangel äußert sich unter anderem in Koordinationsstörungen, Krämpfen und Appetitlosigkeit. Durch Erhitzen wird das Enzym zwar zerstört, weshalb roher Fisch grundsätzlich riskanter ist als gegarter oder gedünsteter.
Taurin und fehlende Nährstoffe
Katzen brauchen die Aminosäure Taurin zwingend über die Nahrung – ein Mangel kann Herz und Augen dauerhaft schädigen. Reiner Thunfisch deckt den Taurinbedarf nicht ab und ersetzt kein vollwertiges Alleinfutter. Wer Thunfisch als Dauerkost gibt, riskiert eine schleichende Mangelernährung.
Thunfisch aus der Dose: Welche Sorte ist okay?
Wenn Du Deiner Katze Thunfisch gönnst, dann bitte die richtige Variante. Nicht jede Dose ist gleich – Öl und Salz machen den Unterschied.
- In Wasser statt in Öl: Öl liefert unnötige Kalorien und kann den Magen belasten. Thunfisch in eigenem Saft oder Wasser ist die bessere Wahl.
- Kein Salz, keine Gewürze: Salzlake, Zwiebel oder Knoblauch sind für Katzen schädlich – greif zu ungewürztem Naturprodukt.
- Gut abtropfen lassen: Flüssigkeit abgießen, damit die Katze nicht unnötig Salz und Öl aufnimmt.
- Nur eine kleine Portion: Ein Teelöffel als Leckerli reicht völlig aus.
Praxis-Tipp: Am besten eignet sich Thunfisch in Wasser, ungesalzen, gut abgetropft. Alternativ gibt es im Fachhandel Thunfisch-Snacks speziell für Katzen, die auf den Katzenbedarf abgestimmt sind.
Roher Thunfisch – lieber meiden
Rohen Thunfisch solltest Du Deiner Katze nicht geben. Er enthält das Vitamin-B1-zerstörende Enzym Thiaminase und kann zudem Keime oder Parasiten übertragen. Wenn überhaupt frischer Fisch, dann gegart und ungewürzt – ohne Butter, Öl, Salz oder Zwiebeln.
Wie oft dürfen Katzen Thunfisch bekommen?
Als grobe Faustregel: höchstens ein- bis zweimal im Monat eine kleine Portion, und nur als Leckerli. Thunfisch sollte immer die seltene Ausnahme bleiben und nie einen nennenswerten Teil der Tagesration ausmachen. Die tägliche Ernährung gehört einem hochwertigen Alleinfutter, das alle Nährstoffe abdeckt.
Beobachte Deine Katze außerdem: Bekommt sie nach Thunfisch Durchfall oder wird sie mäkelig gegenüber ihrem normalen Futter, streich ihn besser ganz vom Speiseplan.
Was ist sonst noch giftig oder gefährlich für Katzen?
Thunfisch ist nicht giftig, aber „nur in Maßen“. Es gibt jedoch Lebensmittel, die für Katzen wirklich gefährlich sind und komplett tabu bleiben müssen: Zwiebeln und Knoblauch, Schokolade, Weintrauben und Rosinen, Alkohol, Xylit und rohes Schweinefleisch. Achte deshalb besonders bei Thunfisch aus Fertiggerichten darauf, dass keine Zwiebeln oder Gewürze enthalten sind.
Einen vollständigen Überblick findest Du in unserer Liste Giftige Pflanzen & Lebensmittel für Katzen.
🩺 Wann zum Tierarzt? Wenn Deine Katze nach Thunfisch erbricht, Durchfall hat, teilnahmslos wirkt oder Koordinationsstörungen zeigt: ab zum Tierarzt. Auch wenn sie ihr normales Futter über längere Zeit verweigert, solltest Du das abklären lassen – dauerhafte Nahrungsverweigerung kann für Katzen schnell gefährlich werden.
FAQ – Häufige Fragen
Dürfen Katzen jeden Tag Thunfisch essen? Nein. Täglicher Thunfisch kann zu Quecksilberbelastung, Nährstoffmangel (kein Taurin) und Mäkeligkeit führen. Thunfisch ist ein seltenes Leckerli, kein Grundnahrungsmittel – höchstens ein- bis zweimal im Monat eine kleine Portion.
Ist Thunfisch aus der Dose für Katzen okay? In kleinen Mengen ja, wenn er in Wasser statt Öl eingelegt, ungesalzen und gut abgetropft ist. Dosen in Öl oder Salzlake und alles mit Zwiebeln oder Gewürzen sind ungeeignet.
Dürfen Katzen rohen Thunfisch essen? Besser nicht. Roher Fisch enthält das Enzym Thiaminase, das Vitamin B1 zerstört, und kann Keime oder Parasiten übertragen. Wenn frischer Fisch, dann gegart und ungewürzt.
Warum lieben Katzen Thunfisch so sehr? Der intensive Geruch und Geschmack sprechen den Beutetrieb der Katze stark an. Genau das ist auch das Problem: Manche Katzen werden regelrecht „thunfischsüchtig“ und verweigern dann ihr gesundes Alleinfutter.
Kann Thunfisch meiner Katze schaden? In seltenen kleinen Mengen ist er unbedenklich. Regelmäßig gefüttert drohen Quecksilberbelastung, Vitamin-B1- und Taurinmangel sowie einseitige Ernährung. Deshalb gilt: nur als gelegentliche Ausnahme.
Gibt es eine gesunde Alternative zu Thunfisch als Leckerli? Ja. Kleine Stücke gegartes, ungewürztes Hühnchen, spezielle Katzen-Snacks aus dem Fachhandel oder katzengerechte Fisch-Leckerlis sind besser geeignet und auf den Bedarf abgestimmt.
Fazit
Thunfisch ist für Katzen ein seltenes Leckerli, keine Mahlzeit. Quecksilber, fehlendes Taurin, Thiaminase bei rohem Fisch und die Suchtgefahr machen ihn als Dauerkost ungeeignet. Wenn überhaupt, dann Thunfisch in Wasser, ungesalzen, abgetropft und höchstens ein- bis zweimal im Monat. Die tägliche Ernährung gehört einem hochwertigen Alleinfutter.
Quellen: International Cat Care; Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt); FEDIAF – Ernährungsleitlinien für Katzen; Tierärztliche Hochschule Hannover.
Das könnte dich auch interessieren:
- Giftige Pflanzen & Lebensmittel für Katzen
- Katzenernährung – der komplette Guide
- Wie viel Futter braucht meine Katze? (Tabelle)
Dieser Beitrag wurde von der petklar-Redaktion nach unseren redaktionellen Grundsätzen recherchiert.