Von der petklar-Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 05.08.2026
📌 Kurz & knapp FIP ist eine schwere Erkrankung, die durch eine Mutation des feinen Coronavirus entsteht. Betroffen sind vor allem junge Katzen. Lange galt FIP als unheilbar, heute lässt sie sich mit modernen antiviralen Medikamenten in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Die Anzeichen sind unspezifisch: anhaltendes Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht, Fressunlust, Abgeschlagenheit und je nach Form Flüssigkeit im Bauch oder in der Brust. Bei Verdacht schnell zu einem erfahrenen Tierarzt.
FIP war viele Jahre eine der gefürchtetsten Diagnosen für Katzenhalter. Die gute Nachricht: Dank neuer Medikamente ist FIP heute oft behandelbar. Hier liest du, was dahintersteckt, wie du die Warnzeichen erkennst und welche Chancen es gibt.
Was ist FIP?
FIP steht für Feline Infektiöse Peritonitis. Auslöser ist das feline Coronavirus, das bei Katzen sehr verbreitet und meist harmlos ist. Bei einzelnen Katzen verändert sich das Virus im Körper und löst dann die schwere Erkrankung FIP aus. Warum das bei manchen Tieren passiert und bei den allermeisten nicht, ist noch nicht vollständig geklärt.
Ist FIP ansteckend?
Das harmlose Coronavirus wird über den Kot leicht von Katze zu Katze übertragen, vor allem über gemeinsame Katzenklos. FIP selbst gilt aber nicht als direkt ansteckend, weil sie erst durch die Mutation im Körper einer einzelnen Katze entsteht. Für Menschen und Hunde ist FIP nicht ansteckend.
Welche Symptome hat FIP?
Die Anzeichen sind anfangs oft unspezifisch und werden leicht übersehen:
- anhaltendes Fieber, das nicht auf Antibiotika anspricht
- Fressunlust und Gewichtsverlust
- Abgeschlagenheit und struppiges Fell
- bei der feuchten Form ein dicker Bauch durch Flüssigkeit oder Atemnot durch Brustwasser
- bei der trockenen Form Veränderungen an Organen, Augen oder Nervensystem
Welche Formen von FIP gibt es?
Man unterscheidet grob zwei Verläufe. Bei der feuchten Form sammelt sich Flüssigkeit im Bauch oder Brustkorb an, der Bauch wirkt aufgebläht oder die Katze bekommt schlecht Luft. Bei der trockenen Form bilden sich Entzündungsherde in den Organen, was sich je nach betroffener Stelle sehr unterschiedlich zeigt. Mischformen sind möglich.
Welche Katzen sind besonders gefährdet?
FIP tritt am häufigsten bei jungen Katzen unter zwei Jahren auf. Ein höheres Risiko haben Tiere aus großen Gruppen, aus Zuchten und Tierheimen, reinrassige Katzen und Tiere, die unter Stress oder einem geschwächten Immunsystem leiden. Viele Katzen auf engem Raum begünstigen die Verbreitung des zugrunde liegenden Coronavirus.
Wie wird FIP festgestellt?
Die Diagnose ist anspruchsvoll, denn einen einzelnen sicheren Test gibt es nicht. Der Tierarzt setzt das Bild aus mehreren Bausteinen zusammen: dem klinischen Verlauf, Blutwerten, der Untersuchung von Bauch- oder Brustflüssigkeit und weiteren Labortests. Ein in FIP erfahrener Tierarzt ist hier ein großer Vorteil.
🩺 Wann zum Tierarzt? Bei einer jungen Katze mit anhaltendem Fieber, Fressunlust, deutlichem Gewichtsverlust, dickem Bauch oder Atemnot solltest du nicht abwarten. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser stehen die Chancen. Such dir am besten eine Praxis mit FIP-Erfahrung.
Ist FIP heute heilbar?
Lange war FIP fast immer tödlich. Seit einigen Jahren gibt es antivirale Wirkstoffe, mit denen viele erkrankte Katzen geheilt werden können. Die Behandlung dauert in der Regel rund zwölf Wochen, muss konsequent durchgezogen werden und gehört in fachkundige Hände. Sie kann aufwendig und teuer sein, doch die Aussichten sind heute deutlich besser als früher. Ein früher Start verbessert die Heilungschancen.
Kann ich FIP vorbeugen?
Einen zuverlässigen Impfschutz gibt es nicht. Das Risiko senkst du, indem du Stress vermeidest, bei mehreren Katzen auf Hygiene achtest, die Katzenklos sauber hältst und die Gruppe nicht zu groß werden lässt. Wer eine Katze von einer Zucht holt, sollte auf seriöse, stressarme Haltung achten.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist FIP bei Katzen heute heilbar?+
In vielen Fällen ja. Seit einigen Jahren gibt es antivirale Medikamente, mit denen erkrankte Katzen geheilt werden können. Die Behandlung dauert meist etwa zwölf Wochen und gehört in erfahrene tierärztliche Hände.
Ist FIP von Katze zu Katze ansteckend?+
Das zugrunde liegende Coronavirus ja, FIP selbst gilt aber nicht als direkt ansteckend, weil sie erst durch eine Mutation im Körper einer einzelnen Katze entsteht.
Können Menschen oder Hunde FIP bekommen?+
Nein. FIP betrifft ausschließlich Katzen und ist für Menschen und Hunde nicht ansteckend.
Wie lange dauert die Behandlung von FIP?+
In der Regel etwa zwölf Wochen. Wichtig ist, die Behandlung konsequent und ohne Unterbrechung durchzuziehen und die Katze dabei tierärztlich begleiten zu lassen.
Welche Katzen erkranken am häufigsten an FIP?+
Vor allem junge Katzen unter zwei Jahren, Tiere aus großen Gruppen, Zuchten oder Tierheimen sowie Katzen unter Stress oder mit geschwächtem Immunsystem.
Was kostet die Behandlung von FIP?+
Die Behandlung ist aufwendig und kann über die Wochen teuer werden. Eine Katzenkrankenversicherung kann helfen, solche hohen Kosten abzufedern, wenn sie vor der Erkrankung abgeschlossen wurde.
Fazit
FIP ist eine ernste Erkrankung, aber längst kein sicheres Todesurteil mehr. Achte bei jungen Katzen auf anhaltendes Fieber, Fressunlust und einen dicken Bauch, und handle früh. Mit einer rechtzeitigen, konsequenten Behandlung bei einem erfahrenen Tierarzt haben heute viele Katzen echte Heilungschancen.
Quellen: International Cat Care, StIKo Vet, Tierärztliche Hochschulen.
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