Wie viel Futter braucht mein Hund? Mengen-Tabelle nach Gewicht

Von der petklar-Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 27.07.2026

📌 Kurz & knapp Als grobe Orientierung frisst ein gesunder erwachsener Hund täglich etwa 2–3 % seines Körpergewichts an Futter. Ein 20-kg-Hund braucht also rund 400–600 g – bei Nassfutter mehr, bei Trockenfutter deutlich weniger. Die exakte Menge hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Futterart ab. Maßgeblich ist immer die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung plus regelmäßige Gewichtskontrolle.

Kaum eine Frage beschäftigt Hundehalter so oft: Bekommt mein Hund genug – oder zu viel? Da über die Hälfte der Hunde in Deutschland übergewichtig ist, lohnt sich der genaue Blick. Hier findest du konkrete Mengen, eine Tabelle und die einfache Formel, mit der du den Bedarf deines Hundes selbst berechnest.

Wie viel Futter pro Tag – die schnelle Faustregel

Ein ausgewachsener, normalgewichtiger Hund benötigt pro Tag ungefähr 2–3 % seines Körpergewichts an Futter. Aktive Hunde liegen eher bei 3 %, ruhige oder ältere Hunde bei 2 %. Diese Faustregel gilt für die Gesamt-Futtermenge und ist ein Startwert – kein Gesetz.

Körpergewicht Nassfutter (ca. 2,5 %/Tag) Trockenfutter (ca. 1/3 davon)
5 kg 100–150 g 60–90 g
10 kg 200–300 g 110–150 g
20 kg 400–600 g 200–300 g
30 kg 600–850 g 300–420 g
40 kg 800–1.100 g 400–550 g

Trockenfutter ist energiedichter (mehr Kalorien pro Gramm), deshalb ist die Menge deutlich kleiner als bei Nassfutter. Immer die Herstellerangabe auf der Packung als Basis nehmen – die Werte hier sind Richtwerte.

Wie berechne ich den genauen Futterbedarf? (Kalorien-Methode)

Genauer als die Prozent-Faustregel ist die Rechnung über den Energiebedarf in Kalorien. In zwei Schritten:

  1. Ruheenergiebedarf (RER) berechnen:

`RER = 70 × (Körpergewicht in kg)^0,75` Beispiel 20-kg-Hund: 70 × 20^0,75 ≈ 662 kcal/Tag.

  1. Mit dem Aktivitätsfaktor multiplizieren:
Situation Faktor
Kastriert / wenig aktiv 1,4
Normal aktiv 1,6
Sehr aktiv / Sporthund 2,0–5,0
Welpe (bis 4 Monate) 3,0
Welpe (4 Monate bis erwachsen) 2,0
Trächtig / säugend 3,0–6,0

Unser 20-kg-Hund, normal aktiv: 662 × 1,6 ≈ 1.060 kcal/Tag. Diese Kalorienzahl teilst du dann durch die Energiedichte deines Futters (steht auf der Packung, z. B. „350 kcal/100 g“) → ergibt die Grammzahl.

Wie viel Futter braucht ein Welpe?

Welpen wachsen und brauchen im Verhältnis deutlich mehr Energie als erwachsene Hunde – bis zum Doppelten pro Kilo Körpergewicht. Wichtig ist außerdem die Verteilung auf mehrere Mahlzeiten:

Alter Mahlzeiten pro Tag
8–12 Wochen 4
3–6 Monate 3
ab 6 Monaten 2–3
ausgewachsen 1–2

Nutze spezielles Welpen-/Junior-Futter und richte dich nach der altersgestaffelten Tabelle des Herstellers, da diese das erwartete Endgewicht berücksichtigt.

Wie oft am Tag füttern?

Erwachsene Hunde füttert man idealerweise zweimal täglich (morgens/abends) statt einer großen Portion – das ist magenschonender und beugt bei großen Rassen einer gefährlichen Magendrehung vor. Feste Zeiten helfen zusätzlich bei der Verdauung und der Stubenreinheit.

Wie erkenne ich, ob mein Hund zu viel oder zu wenig frisst?

Nicht die Waage allein zählt, sondern der Body Condition Score – ein einfacher Sicht- und Tasttest:

  • Rippen: sollten ohne festes Drücken tastbar sein, aber nicht hervorstehen.
  • Taille: von oben betrachtet eine erkennbare Einbuchtung hinter den Rippen.
  • Bauchlinie: von der Seite nach hinten hin ansteigend.

Sind die Rippen nicht tastbar und die Taille verschwindet → zu viel Futter. Stehen Rippen und Hüftknochen deutlich hervor → zu wenig. Wiege deinen Hund alle 2–4 Wochen und passe die Menge in kleinen Schritten an.

🩺 Wann zum Tierarzt? Wenn dein Hund trotz normaler Futtermenge stark zu- oder abnimmt, plötzlich viel mehr Hunger oder Appetitlosigkeit zeigt, oder Welpen nicht zunehmen, solltest du tierärztlichen Rat einholen. Dahinter können Schilddrüse, Parasiten oder Stoffwechselerkrankungen stecken.

Häufige Fehler bei der Futtermenge

  • Leckerlis vergessen: Snacks zählen mit! Sie sollten max. 10 % der Tagesration ausmachen – den Rest von der Hauptmahlzeit abziehen.
  • Nach Augenmaß füttern: Portionen abwiegen statt schätzen. Eine Küchenwaage ist die günstigste Diät.
  • Menschenfutter extra: Reste erhöhen die Kalorien unbemerkt (und manches ist giftig).
  • Futter immer verfügbar lassen: „ad libitum“ fördert Übergewicht – feste Portionen sind besser.

FAQ – Häufige Fragen

Wie viel Nassfutter braucht ein Hund pro Tag? Etwa 2,5–3 % des Körpergewichts, also rund 400–600 g bei einem 20-kg-Hund. Die genaue Menge steht auf der Dose – dort ist der Bedarf nach Gewicht angegeben.

Kann ich Nass- und Trockenfutter mischen? Ja. Dann jeweils die anteilige Menge füttern (z. B. je die Hälfte der empfohlenen Nass- und Trockenmenge), damit die Gesamtkalorien stimmen.

Wie viel sollte ein Hund trinken? Rund 40–60 ml pro kg Körpergewicht täglich. Ein 20-kg-Hund trinkt also etwa 0,8–1,2 Liter – bei Hitze, Trockenfutter oder Aktivität mehr.

Mein Hund hat ständig Hunger – bekommt er zu wenig? Nicht unbedingt. Bettelverhalten ist oft antrainiert. Prüfe den Body Condition Score. Ist die Figur ideal, ist die Menge in Ordnung – ballaststoffreicheres Futter sättigt besser.

Ab wann ist ein Hund erwachsen (für die Futterumstellung)? Je nach Rasse mit 10–24 Monaten. Kleine Rassen früher, große Rassen später. Danach auf Adult-Futter umstellen.

Fazit

Als Startwert gelten 2–3 % des Körpergewichts bzw. der über die RER-Formel berechnete Kalorienbedarf. Entscheidend ist aber nicht die Theorie, sondern die regelmäßige Kontrolle von Gewicht und Figur – und das ehrliche Mitzählen der Leckerlis. So bleibt dein Hund schlank, fit und gesund.


Quellen: FEDIAF Ernährungsrichtlinien für Hunde und Katzen; Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt); National Research Council (NRC) – Nutrient Requirements of Dogs and Cats.

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Dieser Beitrag wurde von der petklar-Redaktion nach unseren redaktionellen Grundsätzen recherchiert.

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