Impfungen beim Hund: Übersicht, Zeitplan & Kosten

Von der petklar-Redaktion · Zuletzt aktualisiert: 27.07.2026

📌 Kurz & knapp Impfungen schützen deinen Hund vor gefährlichen, teils tödlichen Infektionskrankheiten. Die StIKo Vet unterscheidet Core-Impfungen (Pflicht für jeden Hund: Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut) und Non-Core-Impfungen (nach Bedarf, z. B. Zwingerhusten oder Borreliose). Für die Grundimmunisierung eines Welpen solltest du je nach Region und Praxis mit rund 100–200 € rechnen, eine jährliche Auffrischung kostet etwa 40–80 €. Die Preise sind Richtwerte – verbindlich ist die GOT (Gebührenordnung für Tierärzte).

Kaum etwas gibt so viel Sicherheit wie ein gut geschützter Hund – und kaum etwas verunsichert Halter so sehr wie die Frage, welche Impfung wirklich nötig ist und was das Ganze kostet. Hier bekommst du einen klaren Überblick: welche Impfungen Pflicht sind, wann dein Welpe drankommt und mit welchen Kosten du rechnen solltest.

Welche Impfungen braucht ein Hund? Core vs. Non-Core

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) teilt Hundeimpfungen in zwei Gruppen: Core-Impfungen sollte jeder Hund unabhängig von Lebensumständen erhalten, weil sie vor lebensbedrohlichen oder auf den Menschen übertragbaren Krankheiten schützen. Non-Core-Impfungen (Wahl-Impfungen) sind sinnvoll, wenn ein individuelles Risiko besteht.

Die Core-Impfungen fasst man häufig unter der Abkürzung SHPPiL zusammen, dazu kommt die Tollwut:

  • S – Staupe: Virusinfektion, die Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem befällt; oft tödlich.
  • H – Hepatitis contagiosa canis (HCC): ansteckende Leberentzündung durch das canine Adenovirus.
  • P – Parvovirose: hochansteckende, häufig tödliche Durchfallerkrankung, besonders für Welpen gefährlich.
  • Pi – Parainfluenza: beteiligt am Zwingerhusten-Komplex (in vielen Kombi-Impfstoffen enthalten).
  • L – Leptospirose: bakterielle Erkrankung, auch auf den Menschen übertragbar (Zoonose).
  • T – Tollwut: immer tödlich, Zoonose; für Auslandsreisen gesetzlich vorgeschrieben.

Non-Core-Impfungen nach Bedarf:

  • Zwingerhusten (Bordetella bronchiseptica): empfohlen bei Hundekontakt in Pension, Hundeschule oder auf Ausstellungen.
  • Borreliose: kann bei hoher Zeckenbelastung sinnvoll sein – ersetzt aber keinen guten Zeckenschutz.

Praxis-Tipp: Die meisten Impfungen werden als Kombi-Impfstoff verabreicht (eine Spritze, mehrere Komponenten). Das reduziert die Zahl der Injektionen und oft auch die Kosten gegenüber Einzelimpfungen.

Impfkalender für Welpen: Wann wird geimpft?

Welpen sind in den ersten Lebenswochen durch Antikörper der Mutter geschützt. Weil dieser Schutz nach und nach abnimmt und den Impferfolg blockieren kann, wird mehrfach geimpft. Die Grundimmunisierung nach StIKo Vet folgt diesem Schema:

Alter Impfung
8. Woche Staupe, Hepatitis, Parvovirose, (Parainfluenza), Leptospirose
12. Woche SHPPiL + Tollwut
16. Woche SHPPiL + Tollwut
15. Monat Nachimpfung (Abschluss der Grundimmunisierung)
danach Auffrischung im Abstand von 1–3 Jahren (je nach Komponente)

Nach der Grundimmunisierung werden Staupe, Hepatitis und Parvovirose in der Regel nur noch alle 3 Jahre aufgefrischt, während Leptospirose und Tollwut meist jährlich bzw. nach Herstellerangabe erneuert werden. Deine Tierarztpraxis passt den Plan an Alter, Vorgeschichte und Lebensumstände deines Hundes an.

Was kosten Impfungen beim Hund?

Die Kosten setzen sich aus der Grundgebühr für die allgemeine Untersuchung, dem Impfstoff und der Impfleistung zusammen. Verbindliche Grundlage ist die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) – der genaue Betrag hängt von Praxis, Region und gewähltem Kombi-Impfstoff ab. Folgende Werte sind Richtwerte zur Orientierung, keine Festpreise:

Leistung Kosten (Richtwert)
Allgemeine Untersuchung / Impfberatung ca. 25–45 €
Core-Kombi (SHPPiL) ca. 40–70 €
Tollwut ca. 30–45 €
Zwingerhusten (Non-Core) ca. 30–50 €
Borreliose (Non-Core) ca. 40–60 €
Grundimmunisierung Welpe (gesamt) ca. 100–200 €
Jährliche Auffrischung ca. 40–80 €

Hinweis: Seit der GOT-Novelle können Tierarztkosten regional deutlich variieren, und für Leistungen außerhalb der üblichen Sprechzeiten fallen Zuschläge an. Frag im Zweifel vorab nach einem Kostenvoranschlag. Die hier genannten Beträge sind Richtwerte und ersetzen keine verbindliche Preisauskunft deiner Praxis.

Titerbestimmung: sinnvolle Alternative zur Wiederholungsimpfung?

Statt routinemäßig aufzufrischen, lässt sich per Titerbestimmung im Blut messen, ob noch ausreichend Antikörper vorhanden sind. Das ist vor allem bei Staupe, Hepatitis und Parvovirose möglich und kann unnötige Impfungen vermeiden.

Eine Titerbestimmung kostet je nach Umfang etwa 30–60 € (Richtwert) und lohnt sich zum Beispiel bei älteren Hunden oder wenn du eine Überimpfung vermeiden möchtest. Wichtig: Für Leptospirose und Tollwut ist die Titerbestimmung nicht als Ersatz geeignet – Tollwut ist für Reisen ohnehin gesetzlich geregelt.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Impfungen beim Hund sind gut verträglich. In den ersten ein bis zwei Tagen können leichte, vorübergehende Reaktionen auftreten: etwas Müdigkeit, verminderter Appetit, eine kleine schmerzhafte Schwellung an der Einstichstelle oder leicht erhöhte Temperatur. Das klingt meist von allein ab.

Schwere allergische Reaktionen sind sehr selten, aber möglich. Anzeichen wie starke Schwellungen im Gesicht, Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Kreislaufprobleme kurz nach der Impfung sind ein Notfall.

🩺 Wann zum Tierarzt? Suche die Praxis auf, wenn dein Hund nach der Impfung anhaltend abgeschlagen ist (länger als zwei Tage), hohes Fieber entwickelt oder die Einstichstelle stark anschwillt bzw. eitert. Sofort tierärztlich handeln musst du bei Atemnot, geschwollener Schnauze, wiederholtem Erbrechen oder Kollaps kurz nach der Impfung – das können Zeichen einer allergischen Reaktion sein.

FAQ – Häufige Fragen

Was kostet die Grundimmunisierung eines Welpen? Als Richtwert etwa 100–200 € über alle Termine hinweg, abhängig von Region, Praxis und gewähltem Kombi-Impfstoff. Verbindlich ist die GOT – frag vorab nach einem Kostenvoranschlag.

Welche Impfungen sind beim Hund Pflicht? Streng gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland keine Impfung – Ausnahme ist die Tollwutimpfung für Auslandsreisen. Als medizinische Pflicht gelten aber die Core-Impfungen: Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut.

Muss ich jedes Jahr impfen lassen? Nicht alles jährlich. Staupe, Hepatitis und Parvovirose werden nach der Grundimmunisierung meist nur alle 3 Jahre aufgefrischt, Leptospirose und Tollwut häufiger. Eine Titerbestimmung kann helfen, unnötige Impfungen zu vermeiden.

Ist eine Titerbestimmung günstiger als impfen? Nicht unbedingt – sie kostet ähnlich viel (ca. 30–60 €). Sie ist vor allem sinnvoll, um Überimpfungen zu vermeiden, funktioniert aber nur für einen Teil der Impfungen (nicht für Leptospirose und Tollwut).

Ab welchem Alter kann ein Welpe geimpft werden? In der Regel ab der 8. Lebenswoche. Danach folgen weitere Termine in der 12. und 16. Woche sowie eine Nachimpfung mit etwa 15 Monaten.

Darf mein Welpe vor der letzten Impfung schon raus? Ja, vorsichtiger Kontakt zur Umwelt ist für die Sozialisierung wichtig. Meide aber Orte mit vielen fremden, unbekannt geimpften Hunden, bis die Grundimmunisierung abgeschlossen ist. Sprich das Vorgehen mit deiner Praxis ab.

Fazit

Impfen ist der wirksamste und günstigste Schutz vor Krankheiten, deren Behandlung ein Vielfaches kostet – wenn sie überhaupt heilbar sind. Halte dich an den Impfkalender für die Grundimmunisierung, lass Auffrischungen bzw. Titer im empfohlenen Rhythmus prüfen und stimme den individuellen Plan mit deiner Tierarztpraxis ab. So ist dein Hund sicher geschützt.


Quellen: StIKo Vet (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin) – Leitlinie zur Impfung von Kleintieren; Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt); Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).

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Dieser Beitrag wurde von der petklar-Redaktion nach unseren redaktionellen Grundsätzen recherchiert.

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